Der Baum

Nackt, entbloesst vom sommerlichen Ich
Purzelbaeume tanzten seine Blätter, gelb und rot
nur sein Skelett nicht wich.

Am Ende blieb fuer’s Laub der Tod
Herbststuerme fegten durch’s Geäst,
Ueber Nacht der Regen kam
von bunten Blättern bleibt ein kleiner Rest
die Pracht ertraenkt, das Wasser nahm
die Lust am Tanz im Wind
schmutzig, schwer vom Matsch am Boden liegend
der Baum steht nackt und grau, weiss nicht, wo die Blaetter sind.

traeumt, wenn junges Gruen sich in Lueften wiegend
Voegel zwitschern, plustern ihr Gefieder
flattern hier und da vor Liebe blind, Zweiglein im Schnabel
dem Nestbau folgt, wie alle Jahre wieder
die Nachzucht, des Lebens Nabel.

Gegenwart laesst nichts Bedauern,
waehrend Sonne legt ein Glitzern ueber duerre Zweige,
laesst Eis und Schnee sich in Windwehen kauern,
Spitzmäuse knabbern suesse Beeren, gehen nie zur Neige;
Auch Voegel lieben sie im Kuhlschrank der Natur,
wenn gegorener Saft sie selig auf den Ruecken fallend,
Winter, Schnee, Sonne pur
der Baum er schweigt, wenn Voegel lallend.
taumeln von Zweig zu Ast,
ist froh,
wenn er goennt ihnen ihre Rast,
wenn er gebraucht wird, so oder so.

©dodo

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About acdisla

Mit 20 Jahren war ich verheiratet und mit 28 Jahren hatte ich drei Töchter. Ih war eine gute Hausfrau und Mutter. Kochen, Waschen, Hausaufgaben mit den Kindern, kutschierte alle zu den Freizeitaktivitäten und, und und. Abends dann Befriedigung des Ehemanns. Mit 37 Jahren war ich am Ende. Drei Selbstmordversuche zeigten meine Verzweiflung. Geändert haben sie an meiner ehelichen Einöde nichts. Ich rettete mich durch Scheidung, lernte mit Feuereifer und fand einen interessanten, mich fordernden Beruf.Unterstuetzung gab mir eine neue Freundin. Die Rechnung fuer 17 Jahre ehelicher Vergewaltigung kam in Form eines Koma in dem eine meiner drei Töchter neben meinem Bett sass. Das folgende Jahr verbrachte ich im Krankenhaus und erholte mich langsam von einer fast ganzseitigen Lähmung, Verlust meiner Muttersprache und meiner Erinnerung. Halbwegs wieder intakt, bekam ich Multiple Sklerose. Nach einem langjährigen Versuch Kindern in einem Kuenstlerdorf Sport beizubringen, habe ich einen idyllischen Restbauernhof gekauft und ein Hotel fuer Hunde aufgemacht. Das wurde der grösste und erfolgreichste Spass in meinem Leben. Inzwischen fand ich in Finnland ein traumhaftes Zuhause. Auf 50 000 qm konnen wir und unsere Hunde so frei leben, wie wir es uns erträumt hatten. Mir hat die MS inzwischen einen elektrischen Rollstuhl beschert, was der Mobilität ganz neue Dimensionen gibt. Meine Gedanken habe ich hier teils in Reimen, teils in Prosa aufgeschrieben. Viel Spass beim Lesen.
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