Von der Wahrheit

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Undurchsichtig


Wer kennt sie, kannte sie irgendwann,
vergass sie, das Leben verlangt Deckung.
Der Kinderreim, “wer einmal nicht die Wahrheit spricht…”, zerrann,
bunt scheint durch des Alltags Licht die Brechung,
Diamanten gleich werden Worte schön geschliffen
wer hat die Zeit, sie zu ergruenden,
zerschellen sie doch in dunstiger Gischt auf des Lebens Riffen
Wortgespinste, die in Suenden muenden.
Im Traum kam die Erinnerung, “dem glaubt man nicht,
und wenn er auch die Wahrheit spricht”.
©dodo

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Stille

Stille
Vor mir der Wald
schneebedeckt schluckt er jeden Schall
Fruehling kommst Du bald
mit Vogelruf, während Kinder spielen mit dem Ball
Noch knirscht der Schnee unter meinen Fuessen
Winterwind weht, mein Gesicht wird kalt
Spitzmäuse naschen unterm Schnee von Beeren, den suessen
von weit her unsichtbar ein Hund bellt hell
jagt wohl ohne Herrn, Spurlaut verrät seinen Weg
Herrchens Pfeife schallt im Wald ganz grässlich grell
Vorbei die Minuten der Stille, zurueck zum Leben auf schmalem Steg
vorn gruesst schon die wohlbekannte Stimme
freudig kehre ich zurueck aus meiner Stille, bleibt sie mir doch fuer morgen
der kleine Berg, den ich erklimme
bringt mich zu ihr nach Hause, ganz ohne Sorgen.
©dodo