Der Luegner

Kannte mal einen, liebte ihn gar;
schenkte mir Kinder, ein Wunsch wurde wahr
er zog seiner Wege, mir war’s egal
die viele Arbeit angeblich, mir klang’s nur fahl.

Mit den Jahren aus Luegen wurden Romane
kunstvoll erdacht, begleitet oft von einer Fahne.
Das kraenkt, schmerzhaft oft, Träume starben
Meiner Kinder Liebe und ihr Lachen
liess mich immer weiter machen.

Sind Luegen die Garanten fuer das eine, mir gebliebene Leben?
Nein – meine Zukunft, nach der wollte ich streben;
keinen Druck mehr, keine seiner Märchen mehr ertragen
Hoffnung stieg in mir auf. Will nicht länger warten und klagen.
Ohne Trennung kein Morgen
mit Kraft und Zuversicht gegen des Alltags Sorgen.

Vieles gelang, manches nicht
nur die Zukunft hatte Gewicht.
Die Spinnenfäden seiner Luegen kleben, haften noch nach Jahren
nur langsam befreie ich mich, will mir Vergangenes ersparen.
Will nie wieder belogen werden, die Sucht nach Ehrlichkeit ist eine Gier
Siebzehn Jahre machten Narben, gehören wohl zu mir.

© dodo

Advertisements

About acdisla

Mit 20 Jahren war ich verheiratet und mit 28 Jahren hatte ich drei Töchter. Ih war eine gute Hausfrau und Mutter. Kochen, Waschen, Hausaufgaben mit den Kindern, kutschierte alle zu den Freizeitaktivitäten und, und und. Abends dann Befriedigung des Ehemanns. Mit 37 Jahren war ich am Ende. Drei Selbstmordversuche zeigten meine Verzweiflung. Geändert haben sie an meiner ehelichen Einöde nichts. Ich rettete mich durch Scheidung, lernte mit Feuereifer und fand einen interessanten, mich fordernden Beruf.Unterstuetzung gab mir eine neue Freundin. Die Rechnung fuer 17 Jahre ehelicher Vergewaltigung kam in Form eines Koma in dem eine meiner drei Töchter neben meinem Bett sass. Das folgende Jahr verbrachte ich im Krankenhaus und erholte mich langsam von einer fast ganzseitigen Lähmung, Verlust meiner Muttersprache und meiner Erinnerung. Halbwegs wieder intakt, bekam ich Multiple Sklerose. Nach einem langjährigen Versuch Kindern in einem Kuenstlerdorf Sport beizubringen, habe ich einen idyllischen Restbauernhof gekauft und ein Hotel fuer Hunde aufgemacht. Das wurde der grösste und erfolgreichste Spass in meinem Leben. Inzwischen fand ich in Finnland ein traumhaftes Zuhause. Auf 50 000 qm konnen wir und unsere Hunde so frei leben, wie wir es uns erträumt hatten. Mir hat die MS inzwischen einen elektrischen Rollstuhl beschert, was der Mobilität ganz neue Dimensionen gibt. Meine Gedanken habe ich hier teils in Reimen, teils in Prosa aufgeschrieben. Viel Spass beim Lesen.
This entry was posted in Menschenbilder. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s