Fruehling in Finnland

Der Lenz wird von finnischen Nasen bereits im Februar wahrgenommen, wenn der Deutsche sich angesichts des vielen Schnees immer wieder seine rote Nase schneuzt. Unverständnis auf beiden Seiten, denn finnischer Optimismus, trifft auf deutsche Wahrheitsliebe. Immerhin lerne ich, “dass der
Schnee von gestern, den von heute tötet.” Das besagt ein finnisches Sprichwort und jeder Finne glaubt daran, obwohl es noch bis in den April weiter schneit und sich Schneefall und Trockenperioden munter abwechseln.
Immerhin verändert sich das graubraune Strassenbild vorsichtig in vereinzelte bunte Tupfer.Winter bedeutet fuer den gewöhnlichen Finnen, herabgezogene Mundwinkel, muerrische Wortkargheit, in sich gekehrte Eiligkeit mit gesenkten Kopf. Kommunikation ist sowieso nicht ihr Talent.Unsichtbar hängt an ihnen das Schild:”Sprich mich ja nicht an”. Der nur fuer Finnen verständliche Tag X verändert alles. Alle sind ueberzeugt. “es riecht nach Fruehling”. Und damit beginnt eine wundersame Veränderung des finnischen Menschen. Sie sprechen und sie lachen! Die meist runden finnischen Gesichter ähneln frappierend nun den lachenden emoticons. Single sucht und findet single, denn zu zweit macht der Fruehling eben eberall mehr Spass.Nur fuer mich frierende Deutsche dauert die Inkubationszeit bis zum Fruehlingsausbruch noch etliche Wochen.
© dodo
Schneeglöckchen

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About acdisla

Mit 20 Jahren war ich verheiratet und mit 28 Jahren hatte ich drei Töchter. Ih war eine gute Hausfrau und Mutter. Kochen, Waschen, Hausaufgaben mit den Kindern, kutschierte alle zu den Freizeitaktivitäten und, und und. Abends dann Befriedigung des Ehemanns. Mit 37 Jahren war ich am Ende. Drei Selbstmordversuche zeigten meine Verzweiflung. Geändert haben sie an meiner ehelichen Einöde nichts. Ich rettete mich durch Scheidung, lernte mit Feuereifer und fand einen interessanten, mich fordernden Beruf.Unterstuetzung gab mir eine neue Freundin. Die Rechnung fuer 17 Jahre ehelicher Vergewaltigung kam in Form eines Koma in dem eine meiner drei Töchter neben meinem Bett sass. Das folgende Jahr verbrachte ich im Krankenhaus und erholte mich langsam von einer fast ganzseitigen Lähmung, Verlust meiner Muttersprache und meiner Erinnerung. Halbwegs wieder intakt, bekam ich Multiple Sklerose. Nach einem langjährigen Versuch Kindern in einem Kuenstlerdorf Sport beizubringen, habe ich einen idyllischen Restbauernhof gekauft und ein Hotel fuer Hunde aufgemacht. Das wurde der grösste und erfolgreichste Spass in meinem Leben. Inzwischen fand ich in Finnland ein traumhaftes Zuhause. Auf 50 000 qm konnen wir und unsere Hunde so frei leben, wie wir es uns erträumt hatten. Mir hat die MS inzwischen einen elektrischen Rollstuhl beschert, was der Mobilität ganz neue Dimensionen gibt. Meine Gedanken habe ich hier teils in Reimen, teils in Prosa aufgeschrieben. Viel Spass beim Lesen.
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