Einklang

yvonneoldcardis


Atemzuege fallen in die Stille
ein tiefer Seufzer verklingt
sinnlich umfasst der Traum
die suesse Ahnung vom
Gleiten in die Ewigkeit.
©dodo
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Von der Wahrheit

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Undurchsichtig


Wer kennt sie, kannte sie irgendwann,
vergass sie, das Leben verlangt Deckung.
Der Kinderreim, “wer einmal nicht die Wahrheit spricht…”, zerrann,
bunt scheint durch des Alltags Licht die Brechung,
Diamanten gleich werden Worte schön geschliffen
wer hat die Zeit, sie zu ergruenden,
zerschellen sie doch in dunstiger Gischt auf des Lebens Riffen
Wortgespinste, die in Suenden muenden.
Im Traum kam die Erinnerung, “dem glaubt man nicht,
und wenn er auch die Wahrheit spricht”.
©dodo

Stille

Stille
Vor mir der Wald
schneebedeckt schluckt er jeden Schall
Fruehling kommst Du bald
mit Vogelruf, während Kinder spielen mit dem Ball
Noch knirscht der Schnee unter meinen Fuessen
Winterwind weht, mein Gesicht wird kalt
Spitzmäuse naschen unterm Schnee von Beeren, den suessen
von weit her unsichtbar ein Hund bellt hell
jagt wohl ohne Herrn, Spurlaut verrät seinen Weg
Herrchens Pfeife schallt im Wald ganz grässlich grell
Vorbei die Minuten der Stille, zurueck zum Leben auf schmalem Steg
vorn gruesst schon die wohlbekannte Stimme
freudig kehre ich zurueck aus meiner Stille, bleibt sie mir doch fuer morgen
der kleine Berg, den ich erklimme
bringt mich zu ihr nach Hause, ganz ohne Sorgen.
©dodo

Schnappschuss

fantasyab500
Traeumend sehe ich mich im Schlaf
im kleingemustert rotblauen Kleid,
dämmernd noch mich die Wahrheit traf
vorgestern war’s, mich täuschte des Traumes Buntheit
sah mich auf einer grossen Wiese, pflueckte Blumen gelb und weiss.
Was gab ich dem Leben? Was wird bleiben?
Ist der Sinn, ganz preussisch, Ordnung und Fleiss?

Drei Hundeschnauzen warm und feucht fuehl ich an Hand und Wange reiben,
Habe ich meine Zeit genuetzt? Hielten Liebe und Vergeben sich die Waage?
Hab mich gesorgt, gelitten, meist gefreut ueber viele Tiere in meinem Leben
Verzeiht, fuer manchen war es Grund zur Klage
wollt einfach alle lieben, Mensch wie Tier, das war mein Streben

Im Alltag blieben Wuensche unerfuellt, vergessen, oft nur gedacht;
will den Zug anhalten, rueckwärts fahren, bis zu den Wendepunkten
warum haben wir nicht mehr gelacht?
Immer nur vorwärts die Weichen zeigen, während sie Erinnerungen in längs verblasstes Licht tunkten.
©dodo

Die Wortsammlerin

Die Wortsammlerin
Stille, Dunkelheit, Melancholie, Zwielicht, Truebsinn,Leere, Besinnung.

November
Stille, nachdem der Wecker schrill ertoent
Dunkelheit umgibt den Morgen
Kaffeeduft mich kaum versöhnt,
wenn Melancholie vergroessert die Novembersorgen.

Zwielicht kommt nach finstrer Nacht
Truebsinn wandelt sich in Ruhe,
Leere geht, Besinnung erwacht
Weihnachtsschmuck liegt in der Truhe.

Dezember kommt, die Tage werden laenger
Licht und Sonne kommen wieder
Voegel zwitschern im Wettstreit der Saenger
was reimt sich auf wieder? Vielleicht bieder, nieder oder Mieder….

©dodo

Zukunft

Geliebtes Leben
geschenkt dem Neuen, dem just Geborenen.
Was wirst Du machen aus der Spanne
vom Leben zum Tod?
Gehoerst Du zu den Erkorenen,
oder schlaegt Dich Herkunft in des Armuts Banne?
winkt Dir die Zukunft in Daunen gebettet, rosarot?
Eltern, hier wie dort wuenschen Dir das Beste
traeumen, Du wirst Arzt oder studierst die Rechte
heiratest eine schoene Frau.
In manchen Momenten ahnen diese, fuer unsereins gibt’s nur Reste
vom Kuchen des Lebens.
Auf ihrer Autobahn des Lebens ist immer Stau.
In der Schule ihresgleichen und viele Alis, Mustafas
wer lernt von wem?
Am Ende sprechen alle 200 Worte deutsch, der Ali wie der Klaas.
Lehrer lehren Rechnen, Schreiben etwas von dies und dem,
Sind resigniert, sind wuetend, deprimiert, manche geben auf
so nimmt die Dummheit ihren Lauf.

Sieht man zum Sproessling weit entfernt in der besseren Strasse
auch seine Eltern wuenschten ihm das Beste
suchten seine Schule wohlbedacht, ganz nach ihrem Maasse.
Sein erster Schultag, mit Oma, Opa, Tanten und Onkel feiern sie ganz feste,
die Schultuete bunt und gross, taeuscht allerdings nur kurz,
Freiheit adé, Fussball nur noch selten,dafuer Geige, das muss sein.
Sport, Musik und Bildung wird zum kuenftig Zeitvertreib, welch ein Sturz!
Der Sproessling weiss jetzt, “Daddy ist wer”, gab nie auf
so muss er sein, wenn nicht mehr klein.
So nimmt die Karriere ihren Lauf.
©dodo 2012